Neues aus der Bibliothek

Heute geht es schon mal um Weihnachten in Ostfriesland. Flavia ermittelt wieder im großen Stil. Es geht um Abschied und Neuanfang. Und neues von Sherlock Holmes.

Alan Bradley: Flavia de Luce- Mord ist nicht das letze Wort

Zum Buch: 
Endlich kehrt Flavia vom Internat in Kanada zurück nach Buckshaw, nur um dort zu erfahren, dass ihr Vater im Krankenhaus liegt und keinen Besuch empfangen darf. Um ihren boshaften Schwestern zu entkommen, schwingt Flavia sich auf ihr Fahrrad: Sie soll für die Frau des Pfarrers eine Nachricht an den abgeschieden lebenden Holzbildhauer Mr. Sambridge überbringen. Doch niemand öffnet. Neugierig betritt Flavia die Hütte und ist überrascht, einen Stapel Kinderbücher im Zuhause des ruppigen Junggesellen zu entdecken. Und noch ein unerwarteter Fund steht Flavia bevor – denn an der Schlafzimmertür hängt, kopfüber gekreuzigt, der tote Mr. Sambridge … 



Endlich ist Flavia aus Kanada wieder zurück. Doch nichts ist mehr wie es war. Flavias Vater liegt im Krankenhaus. Und es sieht wirklich nicht gut für ihn aus. Auch Feely und Daffy sind der kleinen Giftmischerin eine Hilfe. Um sich abzulenken fährt sie ins Pfarrhaus und bekommt dort auch gleich einen Auftrag. Doch als Flavia ihre Nachricht an den Kinderbuchautoren überbringen will findet sie diesen gekreuzigt über Kopf an seiner Schlafzimmertür aufgehängt. 

Sehr lange mussten diesmal alle Flavia Fans auf ein neues Buch warten. Doch endlich ist der 8. Band der Reihe da. Und ich muss sagen Flavia läuft dieses Mal wieder zur Hochform auf. Einzig das auftreten ihrer ehemaligen Chemielehrerin aus Kanada und die Erkrankung des Vaters konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Doch letzteres wird zum Ende des Buches noch geklärt. Überhaupt birgt dieses Buch eine Überraschung mit der wohl kaum ein Flavia Fan gerechnet hat. Mir hat das Ende sogar die Kinnlade runterklappen lassen. Obwohl ich auf den letzten 10 Seite ein ganz komisches Gefühl hatte, das sich dann auch noch bestätigte. 

Einziger Kritikpunkt: Das Buchcover. Was zum Henker soll das darstellen? War mein erster Gedanken? Warum hat man so ein häßliches Cover gewählt? Warum nicht wieder so ein schönes altes Motiv mit der kleinen Giftmischerin drauf? 

Mein Fazit: 
Für mich stellen sich die Fragen: Was will der Autor mit diesem Ende bezwecken? Wo geht Flavias Reise jetzt hin? Was hat die Chemielehrerin damit zu tun? Ist Harriet am Ende gar nicht tot? Und überhaupt wann komm der 9. Band heraus? Fragen über Fragen. 
5 von 5 Sternen. 

Daniel Stashower: Sherlock Holmes und der Fall Houndini

Zum Buch: 
Harry Houdini wird der Spionage bezichtigt, und Sherlock Holmes will Houdinis guten Ruf wieder herstellen. Dazu müssen sie gemeinsam gegen die Schurken ermitteln, die den Prinz von Wales erpressen wollen. Ein Fall, bei dem sie ihre ganz besonderen Fähigkeiten brauchen und bei dem Holmes ein Geheimnis Houdinis durchschaut. Als Houdini einen Fluchtversuch aus einer Gefängiszelle Scotland Yards unternimmt, ist Watson der einzige Mensch, der seine Ausbruchskünste beobachten kann.



1910. Harry Houndini steht noch ganz am Anfang seiner Kariere. Doch er hält schon die Welt mit seinen Tricks in Atem. Nur einer scheint unbeeindruckt. Sherlock Holmes. Eines Tagses wir Houndini der Spionage bezichtigt. Und dann wäre da ja auch noch die Erpressung rund um den Prinzen von Wales. 
Holmes und Watson beginnen zu ermitteln. 

Also wenn ich ehrlich bin habe ich mir mehr von dem Buch versprochen. Irgendwie hatte ich nicht das Gefühl eine Holmes Geschichte zu lesen. Zusehr benutzte der Autor seine eigene Sprache. Holmes ist irgendwie nur noch ein Schatten seiner selbst. Gut er ist auch älter geworden in dem Buch. Aber so richtig warm wurde ich mit der Geschichte nicht. Das ganze wirkte eher wie wer ist der größere Illusionist, Holmes oder Houndini. 

Mein Fazit: 
Mein Fall war das ganze nicht. 2 von 5 Sternen.  

Susanne Ptak: Familienfest

Zum Buch: 
Weiße Weihnachten in Ostfriesland, und Insa freut sich auf den Heiligen Abend wie schon lange nicht mehr. Dieses Jahr wird das Fest im Kreise ihrer Liebsten stattfinden, denn ihre ungeliebte Schwiegermutter Leonhardine ist nach Spanien ausgewandert. Mit der Harmonie und Beschaulichkeit ist es jedoch bald vorbei – pünktlich zu Heiligabend steht Leonhardine überraschend vor der Tür! Wie eh und je macht der Familiendrachen allen das Leben zur Hölle, Hass und Unmut greifen um sich, das Fest scheint gelaufen. The same procedure as every year? Nicht ganz, denn der Abend nimmt eine mörderische Wendung...



Stell Dir vor Du hast die Liebe Deines Lebens gefunden. Leider eine unliebsame Familie mit geheiratet. Doch eines Tages ist der Schwiegervater tot. Die Schwiegermutter wandert nach Mallorca aus. Und auch die unliebsamer Schwager mit Anhang beschließen Weihnachten dieses Jahr im Süden zu verbringen. Endlich Weihnachten wie man es sich wünscht. Doch dann kommt alles anders. 
Schwiegermutter steht mit Sack und Pack wieder vor der Tür und will wieder einziehen. Die unliebsame bucklige Verwandschaft lädt sich auch noch kurzfristig ein, weil die Reisen ausfallen. Und zum aller Überdruss tyrannisiert  die Schwiegermutter alle und jeden. Heiligabend scheint gelaufen. Doch dann ist der Haustyrann plötzlich tot. Wer hat ihn auf dem Gewissen? 

Dies war unterhaltsame 30 Minuten. Und erst ganz zum Schluss ist mir ein Licht in Sachen Mörder aufgegangen.  Mir hat es gefallen bei 28 Grad einen etwas anderen Weihnachtskrimi zu lesen. 

Mein Fazit: 
Unterhaltsame Geschichte für kurz mal zwischendurch. 5 von 5 Sternen. 

Nina George: Das Lavendelzimmer

Zum Buch: 
Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Auf seinem Bücherschiff, der »literarischen Apotheke«, verkauft der Pariser Buchhändler Jean Perdu Romane wie Medizin fürs Leben. Nur sich selbst weiß er nicht zu heilen, seit jener Nacht vor 21 Jahren, als die schöne Provenzalin Manon ging, während er schlief. Sie ließ nichts zurück außer einem Brief – den Perdu nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer. Dem Sommer, der alles verändert und Monsieur Perdu aus der kleinen Rue Montagnard auf eine Reise in die Erinnerung führt, in das Herz der Provence und zurück ins Leben.



Jean Perdu besitzt ein Schiff auf dem er Bücher verkauft. Er nennt es die literarische Apotheke. Er weiß wann welches Buch heilen und helfen kann. Und Perdu verkauft nicht jedem jedes Buch. Nur das Buch das seine Seele heilen kann hat er noch nicht gefunden, den Jean Perdu hat vor 21 Jahren die Liebe seines Lebens verloren als Manon ihn über Nacht plötzlich verließ. Zusammen mit dem Schriftsteller Max macht er sich auf eine lange Reise...

Dieses Buch handelt von Büchern, der Liebe zu Büchern. über die Liebe, vom Abschied nehmen und Neuanfang. 
Ich habe gelacht, geweint, getrauert und gehofft als ich dieses wundervolle Buch gelesen habe. Ich mag eigentlich keine Liebesgeschichten. Aber diese ist eine der wenigen Ausnahmen. 

Mein Fazit: 
Ein bezauberndes Buch über Bücher, die Liebe und den Tod. 5 von 5 Sternen. 


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