Von zu vielen Kurzgeschichten, Poirots letzter Fall, Mord in der Herrenschneiderei; Cluedo auf friesisch, ein Supermarkt in Cherringham, die Wahrheit über Dinner for one, Britta ermittelt in England und ein Bürokrimi

Marco F Gallina: Die Euganeischen Anekdoten

Zum Buch: 
 Se non è vero, è ben trovato – Wenn es nicht wahr ist, so ist es doch gut getroffen. Unter diesem Motto steht diese kleine Sammlung kurzer Anekdoten und Geschichten, welche ein Erzähler seinem skeptischen Begleiter auf einer Wanderung durch die Euganeischen Hügel erzählt. Einhundert Geschichten bilden den Umfang jener zehn Stunden, in denen die Grenzen zwischen Mythos und Wahrheit, zwischen Geschichte und Philosophie, zwischen Märchen und Realität zerfließen. Berühmte und weniger berühmte Persönlichkeiten treten darin gleichermaßen auf; und manche Legende vermischt sich mit dem Phantastischen. Das Dekahoron – das Zehnstundenbuch – deckt damit einen kleinen Teil des Zaubers der Welt ab, der in einer romantiklosen Zeit umso kostbarer scheint.

Das kleine Decamerone des 21. Jahrhunderts. Geschichten über Venedig, Machiavelli, Mythos, Wahrheit und Hermeline.

Um eine Zusammenfassung zu diesem Buch erzählen zu können müsste ich mich noch an die Kurzgeschichtern erinnern können. Doch das war bei mir am Ende des Buches haften geblieben ist das waren: Sehr viele sehr kurze Gesichten (1 1/2 Seiten), Ziani, Corner, Dandolo und Palatina. Doch sollte ich jetzt zu den einzelen Personen oder Ort etwas erzählen, dann könnte ich das nicht mehr. Bei 100 Kurzgeschichten in einem Buch ist das auch irgendwie unmöglich. 
Wenn ich ehrlich bin wusste ich nach den ersten 30 Geschichten nicht mehr um was es eigentlich in den ersten 20 ging. 

Mein Fazit: 
Der Stil, typisch für den Autor. Doch ansonsten muss ich diesmal ehrlich sagen für meinen Geschmack enttäuschend. Einfach zu viel Geschichten für ein Buch. Ich hätte mir lieber 10 etwas länger Kurzgeschichten als 100 sehr sehr kurze Geschichten gewünscht. 3 von 5 Sterne.  

Michael Koglin: Dinner vor one - Killer for five

Zum Buch: 
Wenn Butler James über den Tigerkopf stolpert, ist klar: Es muss Silvester sein. Aber wissen wir auch, warum die vier Gentlemen nicht mehr an Miss Sophies Tafel sitzen? Hier kommt nun endlich des Rätsels lang ersehnte Lösung …


Jeder kennt wohl den berühmtesten Silvstersketch der Welt: Dinner for one. Doch noch nie hat einer hinterfragt warum Miss Sophie jedes Jahr ihre Freunde zum Geburtstag einläde obwohl diese in Wirklichkeit schon längst tot sind. Da stellt sich doch die Frage: Waren es wirklich Freunde und was hat der Tiger damit zu tun?

Ich bin nur durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam geworden, weil wir im November zu einer Buchlesung in Hamburg waren: Renter morden besser." Michael Koglins Buch wurde dort vorgestellt.  Und wir haben herzlich gelacht. 
Das war für mich dann auch der Anlass das Buch zu kaufen. 
Und was soll ich sagen? 
Nun, es ist alles anders als gedacht. Leider lahmt der Buch zwischenzeitig ein bisschen, da der Sprachstil von Sophie und James doch sehr  adlig langweilig ist. Doch der Gedanke wer die vier verblichenen Herren wirklich waren und was sie mit der alten Damen und ihren Butler zu tun hatten ist doch irgendwie amüsant. 
Und wer ist nun das 5 Opfer? Auf jeden Fall nicht der Tiger.  ;)

Mein Fazit:
Ich werde den Sketsch wohl nie wieder sehen können ohne an das Buch denken zu können. 4 von 5 Sternen.

Susanne Ptak: Familienmord

Zum Buch:
Was für eine Horrornachricht trifft in Ostfriesland ein: Brittas Sandkastenfreundin Daniela ist tot - gestorben bei einem Reitunfall. Sofort machen sich Britta und Steffen auf nach North Yorkshire, England, wo Daniela geheiratet und eine Familie gegründet hatte. Auch Danielas Mann starb durch einen vermeintlichen Unfall ebenso wie der damals ermittelnde Polizeichef. Britta und Steffen stellen Nachforschungen an, denn an die Unfalltheorie glauben sie schon bald nicht mehr. Geht es um das Erbe der wohlhabenden englischen Adelsfamilie? Ist auch Danielas Tochter Sarah in Gefahr? Als mitten in der Nacht ein Viehtransporter mit englischem Kennzeichen vor Brittas Hof hält, weiten sich die Ereignisse auch auf Ostfriesland aus…

Diemal ermittelt Britta im guten alten England, denn dorthin ist ihre Freundin Daniela gezogen. Doch nun ist Dani tot und ihre Tochter, inzwischen Vollweise, verschwunden. Britta begibt sich mit Stefan auf Spurensuche vor Ort. Ist wirklich Danielas Schwiegermutter die böse?

Endlich kommt Britta mal raus aus ihrem Dorf. Aber sie bleibt doch auf dem Land, wenn auch in England.
Dieser Krimi wechselt immer wieder mal im Ort des Geschens zwischen England und Ostfriesland. Sonst wäre es ja auch kein Ostfriesenkrimi.

Mein Fazit:
Nette Geschichte für zwischendurch. 5 von 5 Sterne

Agatha Christie: Vorhang

Zum Buch: 
Wie es den Verbrecher an den Ort seiner Tat zurückzieht, so besucht Meisterdetektiv Hercule Poirot nochmals den Ort seines ersten Falles. Die Gäste des einst feudalen Landsitzes kommen Poirot zum Teil höchst verdächtig vor – was sein Freund Hastings nur bestätigen kann. Gemeinsam stellen sie eine raffinierte Falle – um einen Mörder zu überführen, der nach dem Gesetz nicht zu fassen ist


Hastings kehrt an den Ort zurück an dem er Poirot kennengelernt hat. Auf dem Gut Styles. Hier haben sie zusammen ihren ersten Fall gelöst und hier soll auch ihr letzter löst werden. Denn wie immer wittert der kleine Belgier einen Mord.

Dies ist Christie letzter Roman und sie nimmt ihren Helden quasi mit ins Grab. Poirot ist inzwischen alt und gebrechlich. Sein Körper will nicht mehr. Aber dafür seine kleinen grauen Zellen noch. Da der Körper versagt muss Hastings alle Nachforschungen alleine übernehmen. Und Hastings bleibt nun mal Hastings.
Genau 170 Seiten braucht Christie um es endlich zum Mord kommen zu lassen und so bleiben noch gut 80 Seiten für die Lösung.
Doch dieses Buch birgt eine Überraschung mit der man bei Agatha Christie nicht rechenen würde.

Mein Fazit: 
Der Vorhang fällt und ich verneige mich vor dem kleinen Belgier und seiner geistigen Mutter, denn sie hat es geschafft mich zu überraschen. 5 von 5 Sternen.

Jean G. Goodhind: Mord im Anzug

Zum Buch:
Mord nach Maß Der NameTern and Pauling in Bath, Herrenschneider für die oberen Zehntausend, steht für konservative Werte und Tradition. Zum Kundenkreis zählen sogar einige Royals. Dass sich das Geschäft am Schaufensterwettbewerb beteiligt und ihn auch noch gewinnt, hätte niemand erwartet. Doch am Morgen nach der Siegerparty hängt der Juniorchef im Schaufenster am Galgen. Ein ungewöhnlicher Fall für die Hotelbesitzerin Honey Driver und ihren charmanten Partner Detective Chief Inspector Steve Doherty. »Skurrile Handlung und viel britischer Humor.« Brigitte »Eine moderne Miss Marple in bester britischer Krimitradition.« Für Sie


Eigentlich will Charly nur seinem Job als Straßenfeger in Bath nachgehen, doch als er an der Herrenschneiderei Pauling und Tern vorbei kommt und sein Jugendidol Adam Ant in der Auslage an einem Galgen hängen sieht glaubt er seinen Augen nicht zu trauen.  Doch der Tote ist nicht das Punkidol aus vergangenen Tagen sondern der Juniorchef. Wurde er umgebracht weil er einen Schaufensterwettbewerb gewonnen hat?

Honey  und Steve ermitteln mal wieder auf eine sehr charmante Art und Weise. Alle alten Bekannten kommen wieder darin vor. Allerdings gibt es auch ein paar figurliche Veränderung. Gloria Withe alias Gloria Cross, Honey Mutter,  ist in diesem Buch weit aus ruhiger. Aber es wäre ja kein Buch wenn Gloria nicht doch ihren großen Auftritt hätte.
Für mich hat das ganze aber auch ein offnes Ende,denn Steves Tochter taucht in diesem Buch wieder auf. Wie ihr "Fall" ausgeht wird in diesem Buch nicht geklärt. Da stellt sich für mich die Frage: Geht die Geschichte im nächsten Buch weiter?

Mein Fazit: 
Ich habe mich köstlich amüsiert wie immer. 5 von 5 Sternen.

Costello/ Richards: Cherringham - Ein schmutziges Geschäft: Landluft kann tödlich sein

Zum Buch: 
Digitale Romanserie. Folge 21. Aufruhr im beschaulichen Cherringham! Das ganze Dorf geht auf die Barrikaden und will verhindern, dass die Zakro Corporation einen riesigen Supermarkt am Stadtrand baut. Doch als der Umweltaktivist und Anführer des Protests, Sam Lewis, bei einem Wildschweinunfall getötet wird, scheint nichts und niemand den Bauunternehmer mehr stoppen zu können. Plötzlich tauchen Zweifel an dem Unfall auf und Jack und Sarah haken nach: Hat Sams Tod doch etwas mit seinem Widerstand gegen die Zakro Corporation zu tun?
  


Zakro eine Supermarktkette will in Cherringham einen Markt eröffnen. Doch das scheinen die Dorfbewohner alle nicht zu wollen. Wirklich alle? 
Sam Lewis ein Wildschweinzüchter der genau neben dem Bauland, das die Firma besitzt, lebt hält auf einer Versammlung nicht nur eine Rede, nein er wird auch handgreiflich. Kurz darauf ist er tot. Doch stecken wirklich die Betreiber der Supermarktkette dahinter?

Nun wieder einkurzweiliger Roman aus der Reihe. Nur leider gibt es recht wenig Verdächtige. Und irgendwie hatte ich von Anfang an einen Verdacht, der sich am Ende dann auch noch bestätigen sollte. 

Mein Fazit: 
Nette Buch, nette Geschichte, netter Zeitvertreib für zwischendurch. 4 von 5 Sternen.


Ulrike Busch: Der Pfaufenferrnmord

Zum Buch: 
Jahr für Jahr treffen sich in Kampen der Hamburger Schönheitschirurg Dr. Claus Wiederkehr, seine Frau Valerie Wunderlich-Wiederkehr – erfolgreiche Galeristin und beste Kundin ihres Mannes – sowie die Ehepaare Bitterstein und Geier. In diesem Sommer feiern sie gleich zwei Jubiläen, das fünfundzwanzigjährige Bestehen ihres Freundeskreises und die Silberhochzeit der Wiederkehrs. Vier Tage nach der Silberhochzeitsfeier findet eine Joggerin frühmorgens eine Leiche am Fuß des Roten Kliffs. Ein Blick genügt, um zu erkennen: Selbstmord war das nicht.
Ein heikler Fall für die Kripo Wattenmeer. Denn zu Lebzeiten gehörte das Opfer zu der kleinen Kampener Jubiläumsgesellschaft. Und Hauptkommissar Kuno Knudsen und seinem Assistenten Arne Zander ist bald klar, dass sie den Täter im Kreis um Dr. Wiederkehr zu suchen haben. 


Jedes Jahr, und das seit nun mehr 25 Jahren, treffen sich der Schönheitschirurg Claus Wiederkehr, seine Frau und die gemeinsame Clique auf Sylt zum Sommerurlaub. Alles scheint eitler Sonnenschein zu sein. Doch das scheint nur so, denn jeder scheint eine Leiche im Keller zu haben. Dann wird Claus Frau Valerie tot aufgefunden und jeder, wirklich jeder in der Gruppe inklusive der Haushälterin scheint ein Motiv zu haben.

Die Geschichte klang ganz spannend und war es am Ende auch. Auch wenn sich das ganze wie Cluedo auf friesisch las. Nur hieß es hier wer ermordete Valerie, womit und was war das Motiv. Der Tatort steht ja schon fest.
Im Grunde ist das ganze auch ganz leicht zu erraten, denn man muss nur auf die O Töne in der Geschichte achten. Aber da ein jeder mit sich und seinen Problemen beschäftig ist und das auch lang und breit im Buch erörtert wird muss man höllisch aufpassen das einem der entscheidene Hinweis nicht durch die Lappen geht.

Mein Fazit: 
Gute Buch, gute Story. Hat echt Spaß gemacht es zu lesen. 5 von 5 Sternen.

Frida Mey: Manchmal muss es eben Mord sein

Zum Buch: 
Büroleichen aller Art Wer andere schikaniert, lebt gefährlich – zumindest in der Umgebung von Elfriede Ruhland, die als freiberufliche Office Managerin von Büro zu Büro zieht. Dank ihr werden Arbeitsabläufe optimiert, Papierberge und Büroleichen aller Art verschwinden einfach. Denn ganz nebenbei, immer mit einem Lächeln auf den Lippen, entsorgt Elfie kurzerhand die wahren Problemfälle eines jeden Unternehmens – despotische Deppen mit Entscheidungsgewalt, intrigante Zicken aller Art, fiese Vorstandsmitglieder und perfide Controller. Wer auch immer auf seinen Untergebenen rumhackt, wird von Elfie mit geschickt inszenierten „Unfällen“ aus dem Weg geräumt. Ordnung muss schließlich sein. Doch dann geht etwas schief, und die junge Kommissarin Alex kommt ihr auf die Fährte. Obwohl die eigentlich ganz andere Sorgen und ebenfalls mit einem echten Drachen zu kämpfen hat – mit der herrischen Tante Agathe ihres Freundes Hubert, die mitsamt Mops bei ihnen einzieht und die sie nur zu gern zum Schweigen bringen würde. Ihr erster Auftritt: Selten wurde so nett und freundlich gemordet wie von Elfie Ruhland.



Wenn einer was von aufräumen versteht dann Elfie Ruhland. Keine bringt Ordnung in ein Unternehmen wie sie und wenn es sein muss dann auch mal mit Hilfe eines Unfalls. Blöd nur das ihr die Kommissarin Alex auf den Fersen ist. Doch die muss sich auch noch mit der Großtante ihres Freundes  rumschlagen.

Dies ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Bürokrimi mit sehr viel Humor und wenn ich ehrlich bin, dann wusste ich bis zum Schluss nicht wo es hinführen würde. Aber ich habe herzlich gelacht.

Mein Fazit: 
Bürokrimi. Wirklich ein Bürokrimi. Ein Bürokrimi mit viel Humor. 5 von 5 Sternen.

Kommentare

  1. Mord im Anzug werde ich mir dann auch mal zu Gemüte führen...und Agatha Christie ist unerreicht...
    Annette

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank das Du vorbei geschaut hast.
Wir hoffen Du hast Dich im Filzcottage wohlgefühlt und kein Zimmer war verschlossen.

Die Bewohner des Filzcottage am Meer