Falscher Titel?

Oliver Pötzsch: Die Henkerstochter

Zum Buch: 
Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.


Jakob Kuisl wächst als Sohn eines Henkers auf und weil es im 17 Jahrhundert üblich war das jeder bei seiner Zunft  blieb so wird auch Jakob von Beruf Henker. 
Inzwischen ist er über 40 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Darunter auch die 20 jährige Magdalena. 
Eines Tages treibt ein totes Kind im Lech. Auf seiner Schulter befindet sich ein Hexenmal. Sofort wird die Hebamme von Schongau der Hexerei bezichtet. Doch Jakob glaubt an ihre Unschuld und versucht mit Hilfe des Medicus Simon und seiner Tochter Magdalena den wahren Täter zu finden. 

Soweit so gut. Dieser historische "Krimi" hat sich überraschend leicht und schnell gelesen. Auch wenn ich erst zum Schluss eine Idee hatte wer wirklich hinter den Morden stecken könnte. 
Und doch hat für mich das Buch zwei Fehler. 
Fehler Nummer eins. Es ist immer die Rede davon das die ermordeten Kinder Waisen waren. Nur war der Peter, das erste Mordopfer, kein Waisenkind.  Er hatte ja noch seinen leiblichen Vater, bei dem er lebte. 
Was mich aber am meisten irritiert hat war der Titel - die Henkerstochter. Das Buch hätte eher der Henker, der Henker von Schongau oder so ähnlich heißen können. Das ganze Buch habe ich immer darauf gewartet das Magdalena endlich zum Einsatz kommt. Doch außer einer kurzen Szene fast am Ende des Buches und ihre Liebelei mit Simon hat sie recht wenig mit der Geschichte zu tun. Ihr Vater Jakob löst den ganzen Fall und ist von der ersten bis zur letzten Seite die Hauptperson. 

Fazit: 
Trotzalledem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Und ich werde wohl bald den zweiten Band lesen. 5 von 5 Sterne.

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