Mein Leben mit Herrn Fuchsberger: Wie suche ich mir mein Heimtier aus?

Prinzipiell ist die Frage nicht ganz einfach zu beantworten. In erster Linie sollte man sich klar sein das die meisten der Tiere schon einmal bei einem anderen Menschen gelebt haben. Und bei den Tieren ist es wie bei den Menschen man kann ihn nur bis vor den Kopf schauen. Der Unterschied zum Menschen ist, die können uns sagen wo der Schuh drückt. Bei den Vierbeinern können wir nur raten oder aber beobachten und dann mutmaßen.
Ein Beispiel.
Unsere verstorbene Katze Blanka war eine Traumakatze. Also ein Tier, das schlecht behandelt worden ist.
Sie hat ihr Futter nie ganz aufgefressen, wenn keiner zu hause war. Ein klassisches Zeichen dafür das ihr früherer Besitzer sie auch oft alleine und ohne Futter gelassen hat.
Eine Zeitung ruckartig heben ging auch nicht. Sobald das jemand, versehentlich, tat ging sie in Deckung. Ein sicheres Zeichen das sie, mit einer Zeitung, geschlagen wurde.
Die Haustürklingel bedeutete auch nie was gutes. Sofort war Blanka spurlos verschwunden. Wir haben nie ergründen können was das Problem war.



Bevor ich ins Tierheim fuhr und Herrn Fuchsberger adoptierte oder besser gesagt er mich, da habe ich mir überlegt was für ein Tier ich haben wollte.

Punkt1
Ich war bereit ein älteres Tier aufzunehmen. Zum einen sind sie meist schwer vermittelbar und zweitens in vielen Dingen schon erfahren (Toilette, Futter usw). Allerdings muss man viel Geduld mit ihnen haben, weil sie oft eine, nicht immer schwere, Vergangenheit haben. Nicht jedes Tier das ins Heim kommt ist ein Traumatier. Es gibt ja genug andere Gründe warum man ein Tier abgeben werden muss. (Todesfall, Krankheit, Pflegefall.)

Punkt2
Wo soll mein Tier leben? Soll es ein Stubentiger, um mal bei einer Katze zubleiben, sein oder ein Freigänger? Oder ein Teilfreigänger?
Ich wollte einen Stubentiger, weil hier schon zu viele Katzen weggekommen sind. Es gibt aber genug Möglichkeiten um einer Stubenkatze auch den Freigang zu verschaffen. Doch darüber werde ich später mal berichten.

Punkt3
Ich wäre auch bereit gewesen ein krankes oder behindertes  Tier aufzunehmen. Ich arbeite in der Pflege und ich habe in den letzten Wochen vor Blankas Tod geholfen sie zu pflegen. Aber man sollte beachten das man auch die finanziellen Mittel dafür hat, denn das kann auch ordentlich ins Geld gehen. Das habe ich durch meinen verstorbenen Sittich Sir Hugo gelernt.



Mehr Gedanken habe ich mir erst einmal nicht gemacht. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Als ich im Tierheim ankam gab es unendlich viele Katzen und ich hätte sie am liebsten alle mitgenommen. Das geht nun wirklich nicht. Meine Familie hätte mich rausgeworfen. ;)
Allerdings wäre ich auch fast ohne Katze nach hause gegangen.
Die Tiere für die ich mich interessiert kamen am Ende so gar nicht in Frage. Entweder sie waren Freigänger oder Teilfreigänger oder durften noch nicht vermittelt werden, weil sie noch nicht geimpft  oder gar noch krank waren.
Hinzukommt  das Katzen sich ihren Menschen selbst aussuchen. Blanka, hat das 2001 auch so gemacht. Und auch ich wurde von Katzen abgelehnt. Und das obwohl ich ein netter und unsagbar fürsorglich, tierlieber Zweibeiner bin.  ;)


Ich war schon fast am aufgeben als mir das nette Mädchen vom Tierschutzverein noch einmal das Zimmer zeigte in dem Blacky wohnte. Und sie zeigte ihn mir. Wir gingen rein. Ich sah in an und mit einem stillen Seufzer nahm ich ihn mit. Blacky hatte mich adoptiert. Jedenfalls rannte er nicht vor mir weg.  
Ich weiß echt nicht wer an dem Tag mehr genervt war meine Schwester oder ich.

Im übrigen sollte ihr Euch für ein Tier entscheiden und es aber vor Euch weglaufen, dann lasst es lieber bleiben. Man kann (Gegen)Liebe nicht erzwingen.

Kommentare