Theodor J. Reisdorf: Mord im Fischerhafen

Zum Buch: 
Holger Häßling ist Reporter und ehrgeizig. Mit seinen reißerischen Artikeln macht die 'Ostfriesen-Post' Auflage. Daß er dadurch Menschen ins Unglück stürzt, nimmt Häßling in Kauf. Bis er zu weit geht und sich einen Feind schafft, der nur noch eins will: seinen Tod...

Dies ist einer dieser sehr kurzen Krimis (222 Seiten), die man mal eben so im Urlaub liest. Im Grunde genommen eine feine Sache, wenn die Geschichte stimmt. Doch bei diesem Buch habe ich öfter mal überlegt ob ich jetzt ein Drama oder ein Krimi lesen. 

Die Vorgeschichte zieht sich mehr als über die Hälfe des Buches hin. Erst dann kommt der eigentliche Mord ins Spiel. Gebe es nicht schon in der Vorgeschichte eine "Todesfall", eine Drogen- und Alkoholgeschichte, dann hätte ich das Buch wohl schon nach 30 Seiten weggepackt.
Das Buch ist eines dieser typischen Endachzigergeschichten. Wo Drogen noch Rauschgift heißen. Wo mit erhoben Finger erzählt wird was Rauschgift aus einem Menschen und deren Familien machen kann, wenn man nicht die Finger davon läßt.
Zum Mord selber: Da erst 124 Seiten vergehen musste bevor der Reporter umgebracht wird, da  bleibt am Ende nicht viel Spielraum für die Ermittlung. Kein Wunder das Buch hatte ja nur noch 98 Seiten. Da es vorab, dank der Vorgeschichte, eine Reihe von Verdächtigen gab kommen auch keine neuen Personen mehr hinzu. Und so kann man nur noch raten wer es denn war. Der Fall wird in einem starkten Zeitraffer erzählt und ganz plötzlich löst sich alles in Wohlgefallen auf.


Mein Fazit: 
Zuviel heile Drama mit heile Weltvorstellung und Fingerzeit. Keine richtige Spannung. Kann man lesen. Muss man aber nicht. 



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